FC Rothenburg beweist Moral und rettet Derby-Punkt in der Nachspielzeit
- Richard Sollberger
- 1. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Was für ein Fussballabend auf der Chärnsmatt! Bei bestem Wetter, Abendsonne und angenehmen Temperaturen war alles angerichtet für ein intensives Derby zwischen dem FC Rothenburg und dem FC Eschenbach. Die Ausgangslage war klar: Gegen den Tabellennachbarn durfte der FCR nicht verlieren, wollte man den Anschluss an die obere Tabellenhälfte nicht abreissen lassen.
Doch der Start ging komplett in die falsche Richtung. Kaum war die Partie angepfiffen, musste der FC Rothenburg bereits den ersten Rückschlag hinnehmen. Nach einem Abstimmungsfehler in der Defensive nutzte Eschenbach die Gelegenheit eiskalt aus und stellte früh auf 0:1. Ein Weckruf für das Heimteam.
Rothenburg brauchte einige Minuten, um richtig ins Spiel zu finden. Die Gäste setzten in der Anfangsphase immer wieder gefährliche Nadelstiche, doch mit zunehmender Spieldauer übernahm der FCR mehr und mehr das Kommando. In der 17. Minute folgte die verdiente Antwort: Raphael Wildisen spielte einen starken Schnittstellenpass auf Matteo Di Berardino, der vor dem Tor ruhig blieb, den Keeper stehen liess und zum 1:1 einschob.
Der Ausgleich gab dem Heimteam sichtbar Auftrieb. Rothenburg drückte, suchte den Weg nach vorne und kam zu mehreren guten Aktionen. Der Führungstreffer wollte vor der Pause jedoch nicht mehr fallen. So ging es mit einem 1:1 in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel war der FC Rothenburg sofort wieder präsent. Die Mannschaft kam mit viel Energie zurück auf den Platz und übernahm erneut das Spieldiktat. Nach einem schönen Steilpass und einem starken Lauf von Matteo Di Berardino kam Davide Di Berardino in der Mitte zur Chance, scheiterte jedoch am gut reagierenden Torhüter.
Dann schlug Eschenbach erneut zu – und wieder entgegen dem Spielverlauf. In der 53. Minute gingen die Gäste mit 1:2 in Führung. Die Partie wurde danach ausgeglichener, intensiver und zunehmend von Zweikämpfen geprägt. Rothenburg suchte nach neuen Impulsen, und das Trainerteam reagierte: Pietro Di Berardino kam in der 65. Minute ins Spiel, Janis Hofstetter und Erich Schnider folgten in der 70. Minute.
Doch der nächste Nackenschlag liess nicht lange auf sich warten. In der 74. Minute erhöhte Eschenbach mit einem sehenswerten Treffer auf 1:3. Zu diesem Zeitpunkt schien die Aufgabe für den FCR richtig schwierig zu werden. Doch wer dachte, Rothenburg sei geschlagen, wurde eines Besseren belehrt.
Die Mannschaft gab nicht auf, kämpfte weiter und suchte mit viel Leidenschaft den Weg zurück ins Spiel. Besonders über die Aussenbahnen kam nochmals frischer Wind. Erich Schnider, der nach 10-monatigen Verletzungspech endlich wieder auf dem Platz stand, sorgte auf der linken Seite für neuen Schwung und holte einen gefährlichen Freistoss heraus.
Standardsituationen hatten die Rothenburger bereits in den letzten Spielen als Stärke gezeigt. Gesagt, getan: Der Freistoss wurde ausgeführt, der erste Abschluss noch geblockt, doch der Ball lag plötzlich pfannenfertig vor Marc Unternährer. Dieser fackelte nicht lange und hämmerte die Kugel in der 85. Minute mit Vollspann herrlich ins rechte Kreuz. Nur noch 2:3 – die Chärnsmatt war wieder da, das Spiel lebte!
Rothenburg warf nun alles nach vorne. Die Schlussphase wurde zu einem echten Fight und einer Zitterpartie für den FC Eschenbach. Angriff um Angriff rollte auf das Eschenbacher Tor, die Spannung stieg mit jeder Minute. In der 93. Minute belohnte sich der FCR schliesslich für seine Moral: Nach einem Querpass kam Pietro Di Berardino rund 16 Meter vor dem Tor zum Abschluss und traf zum viel umjubelten 3:3.
Die letzten Minuten der Nachspielzeit liefen noch, doch ein weiterer Treffer gelang nicht mehr. Am Ende trennten sich der FC Rothenburg und der FC Eschenbach in einem packenden Derby mit 3:3.
Für den FC Rothenburg ist es ein verdienter Punkt – vielleicht sogar eher zwei verlorene. Trotzdem zeigte die Mannschaft einmal mehr, was in ihr steckt: Wille, Charakter und die Bereitschaft, bis zur letzten Sekunde alles zu geben. Die Fehler müssen analysiert und abgestellt werden, doch auf diese Reaktion darf man aufbauen.
Hopp FC Rothenburg!
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